Das sensible Thema Flugunfall mit UAVs – Welche Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden. Wer ist der größte Feind eines Fernpiloten? Wir erklären in diesem Beitrag wie Sie einen Flugunfall mit Drohne vermeiden können.

Ein anstrengender Arbeitstag geht vorbei, Sie sind froh zu Hause angekommen zu sein. Sie schauen aus dem Fenster und stellt fest, dass nach dem regnerischen Tag, doch noch ein paar Sonnenstrahlen durchkommen. Natürlich lässt der erfahrene Fernpilot mit dem inneren Gefühl für sensationelle Drohnenaufnahmen sofort alles stehen und liegen, lässt das Abendessen ausfallen, schnappt sich seinen Kopter und radelt mit dem Fluggerät unter dem Arm zum nächstgelegenen Bolzplatz und startet direkt in die Luft. Die Ironie in diesem ersten Absatz lässt sich noch viel besser mit folgendem Bild beschreiben:

Flugunfall Mavic 2 Pro Flugunfall mit Drohne vermeiden
Schaden durch Flugunfall mit UAV (Mavic 2 Pro)

Liebe Fernpiloten, so bitte nicht.

…dann kam es zur Landung und bevor die Mavic 2 Pro* den Boden berührte, wollte der Fernpilot noch die verbleibenden 5 Minuten Flugzeit gemäß Akkustand ausnutzen und noch auf dem Bolzplatz etwas in Bodennähe fliegen und “ausprobieren”. Ausprobieren auf Augenhöhe mit viel Metall in der näheren Umgebung ist ein Zeichen von völliger Unkontrolliertheit der Gehirnaktivitäten im inneren des Drohnenpiloten. Was probiert man denn am besten aus, wenn man wenig Platz zum Fliegen zur Verfügung hat? Natürlich den Sportmodus – NICHT!

Besonderheit Sportmodus der Mavic 2 Pro

Durch die Aktivierung des Sportmodus werden alle Abstandssensoren deaktiviert. Damit gibt es keinen 360 Grad Schutz mehr beim Fliegen. Zudem wird die Fluggeschwindigkeit von 50km/h (Modus P) auf 70km/h (Modus S) freigeschaltet. Außerdem ist das Ansprechverhalten viel sensibler. Der wichtigste Punkt ist aber, dass sich der Bremsweg der Mavic 2 Pro aufgrund der erhöhten Geschwindigkeit um ein vielfaches vergrößert. Durch die höhere Agilität wird diese Geschwindigkeit auch wesentlich schneller erreicht. Alle Effekte in Kombination machen den Sportmodus der Drohne zu einem risikoreichen Unterfangen. Deshalb sollten Sie bereits viele Flugstunden absolviert haben, bevor Sie den Sportmodus nutzen.

Flugunfall mit Drohne – UAV steuert mit ca. 50km/h ungebremst in das Fußballtor eines Bolzplatzes

Flugunfall mit Drohne vermeiden – Die TOP 5 der häufigsten Fehler im Umgang mit Koptern

  • Gesundheit
    • Ein sehr wesentlicher Faktor, welcher oft unterschätzt wird. Das Alkoholverbot für Fernpiloten sollte nichts neues für Sie sein. Doch im gleichen Zusammenhang sind Medikamente mit Vorsicht “zu genießen”. Die Folge vieler Medikamente ist Müdigkeit. Wer such schlapp und müde fühlt, sollte das Fluggerät am Boden belassen, da Müdigkeit mit einer verminderten Aufmerksamkeit, mit einem gestörten Bewusstsein, mit einer Anfälligkeit für Wahrnehmungsstörungen und damit verbundenen Fehleinschätzungen einhergehen kann.
  • Wind
    • Eines der Gründe, weshalb das Luftrecht bei Haftungsfragen die Schuldfrage anders ermittelt, als bei einer “normalen” Privathaftpflicht. In der Luftfahrt gibt es auch verschuldensunabhängige Ereignisse (z.B. Windböen). Um dieser Schuldfrage zu entgehen, sollten Sie präventiv handeln und Windböen in Ihren Flugkurs einbeziehen.
  • GPS
    • Die Positionsgenauigkeit einer Drohne hängt von der GPS Qualität ab. GPS Signale sind, abhängig vom Terrain, mal mehr und mal weniger präzise. Denn Häuser, Fassaden und auch Bäume können den Empfang zu GPS Satelliten stören. Im schlimmsten Fall, empfängt der Kopter keine GPS Signale mehr während des Fluges. In diesem Fall ist dieser auch Wind schonungslos ausgeliefert und wird die Position nicht halten können. Ein Versatz von mehreren Metern ist möglich. Empfängt die Drohne daraufhin wieder GPS Signale, wird sie zum letzten bekannten GPS Signal zurücksteuern. Dieser Effekt verstärkt sich beim Flug in Hallen und Gebäuden. Deshalb sollten Sie bei schlechtem GPS Empfang ganz auf GPS verzichten (deaktivieren) und dabei natürlich den Wind beachten und ggf. manuell gegensteuern.
  • Beherrschen der Technik
    • Nicht ohne Grund schreibt die neue EU Verordnung 2019/945 für die Erweiterung des Kompetenznachweises von OPEN A1/A3 auf OPEN A2 ein praktisches Selbststudium vor. Das Formular mit den Trainingsinhalten ist beim Luftfahrtbundesamt abzurufen. Dieses Selbsttraining kann und sollte von jedem Fernpiloten durchgeführt werden, da so die Kenntnisse und Fertigkeiten weiter geschärft werden. Flugunfälle entstehen oft durch mangelnde Erfahrung mit der Sensortechnik und Fehlbedienung von autonomen Flugprogrammen.
  • Sicherheitsabstände
    • Immer wieder ist von Beinaheunfällen mit UAVs und der bemannten Luftfahrt zu lesen. Anscheinend sind bei einigen Flugmodellen die softwareseitigen Sicherheitsvorkehrungen noch nicht ausgereift, sodass in Sperrzonen nachwievor ohne Prüfung einer Berechtigung geflogen werden kann. Wir empfehlen die Nutzung der App Droniq, um entsprechende Flugfreigaben zu prüfen.