Lohnt es sich mehr Geld in ein Drohnensystem zu stecken, wenn dadurch Schäden am Kopter vermieden werden können? Die Mavic 2 Pro hat ein 360Grad Sensor Abstandssystem. Seitliche Abstandssensoren sind nicht bei jedem Multikopter vorhanden. Kann die Mavic 2 Pro hier also Punkten? Wir erklären und zeigen Ihnen die Hinderniserkennung der Mavic 2 Pro in diesem Beitrag.

Mavic 2 Pro Abstandssystem Hinderniserkennung der Mavic 2 Pro
Hinderniserkennung der Mavic 2 Pro

Erste Erkenntnisse zur Hinderniserkennung der Mavic 2 Pro

Man muss sich gar nicht absichtlich einem Hindernis nähern, um die Empfindlichkeit des Systems zu spüren. Es reicht schon, wenn man mit geringem Abstand über ein Feld fliegt und dieses Feld Unebenheiten aufweist, wie z.B. Gräser die höher sind als der Acker. Die Drohne bremst aus 50km/h (Flugmodus P – nur vordere und hintere Abstandssensoren aktiv) mit voller Kraft und gewinnt dabei leicht an Höhe. Es sieht schon faszinierend aus, wenn man diese Art Vollbremsung zum ersten mal beobachtet.

Den meisten Respekt vor dieser fortschrittlichen Abstandssensorik gewinnt man, wenn die Drohne auf den Fernpiloten selbst zusteuert und die Abstandswarnung auch akustisch ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Die Drohne hält ausreichend Abstand, sofern die Sensorik aktiviert ist. Der Bremsweg lässt sich nur schwer einschätzen und ist, abhängig von den Wettereinflüssen und der Fluggeschwindigkeit, auch unterschiedlich lang.  Deshalb sollten Sie niemals direkt auf Personen zusteuern.

Welche Sensoren sind bei der Mavic 2 Pro aktiv?

Es ist äußerste Vorsicht geboten, denn beim manuellen Flug bis 50km/h (Schalter rechts an der Fernbedienung kontrollieren – Flugmodus P) schützt sich die Drohne nur mit den vorderen und hinteren Sensoren, sowie nach oben und unten. Fliegen Sie seitlich an ein Hindernis heran, so erkennt dieses die Mavic 2 Pro nicht. Im Active Track Modus fliegt die Drohne vollautomatisch mit allen Sensoren (auch im Modus P). Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Es sollte genügend Tageslicht vorhanden sein, da die Kameras rein optisch arbeiten.

Sensoren der Mavic 2 Pro – Blick auf die Technik

Die beiden vorderen Kameras erzeugen ein 3D Modell des Umfeldes und sorgen sozusagen für stereoskopisches (räumliches) Sehen. Die beiden hinteren Sensoren arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Die seitlichen Sensoren haben keine stereoskopische Funktion, da es auf jeder Seite nur je einen Sensor gibt. Dies hat zur Folge, dass diese Abstandssensoren nur im T-Modus (Tripod) aktiv sind. In diesem Modus fliegt das Fluggerät sehr langsam (für cinematische Aufnahmen oder Inspektionen). Die Abstandssensoren nach unten und oben sind Nahinfrarot Abstandssensoren, welche nur bis zu einem Abstand von 2m arbeiten. Ähnlich wie bei einer Einparkhilfe vom Auto. Zusätzlich hat die Mavic 2 Pro aber auch eine nach unten gerichtete stereoskopische Kamera. Diese verhindert das Landen auf Gewässern oder sogar bei größeren Hindernissen wie einem Stein. Da alle Sensoren optisch arbeiten ist bei Dämmerung die Funktionsweise des gesamten Abstandssystems nicht zuverlässig.

Was ist APAS – automatische Hinderniserkennung

Zusätzlich gibt es das System APAS (muss separat aktiviert werden), welches zusätzlich für Sicherheit sorgen soll. APAS sorgt für intelligentes Ausweichen um Hindernisse. Allerdings sollte diese Funktion mehr als Sicherheitsfunktion genutzt und nicht proaktiv für jeglichen Flug mit eingeplant werden. Freuen Sie sich über eine zusätzliche Reserve in Sachen Abstand zum Hindernis, falls es doch einmal eng werden sollte. Verlassen Sie sich also nicht auf APAS.

Kleine Äste von Bäumen – ein grundsätzliches Problem für Drohnen

Ich habe mehrfach festgestellt, dass die Mavic 2 Pro kleinere Äste (ca. bis 1cm), die auch vermehrt auftreten können, nicht erkennt (zumindest ohne APAS). Den dazugehörigen Baumstamm erkennt sie schon. Anhand der Abstandsmessung auf dem Handydisplay erkennt man recht schnell, welches Hindernis die Drohne erkennt. Die Abstandsangabe erfolgt durch Anzeige in Metern und zusätzlich akustisch durch Piepen, wie man es von einer Einparkhilfe im Auto kennt.

Sensorik im Sportmodus deaktiviert

Im Sportmodus (Flugwahlschalter auf S) werden Sie ausdrücklich davor gewarnt, dass alle Abstandssensoren während des Fluges deaktiviert sind. Zudem verlängern sich Bremswege enorm. Sie sollten viele Flugstunden gesammelt haben, um den Sportmodus zu aktivieren.

 

Fazit zur Hinderniserkennung der Mavic 2 Pro

Für mich steht es außer Frage, ob sich ein höherer Aufwand bei der Anschaffung einer Drohne lohnt, wenn diese einen 360 Grad Schutz besitzt. Ein ganz klares JA für die Anschaffung der Mavic 2 Pro*. Dennoch ist gerade bei Active Track, selbst in Kombination mit APAS, äußerste Vorsicht geboten. Das Vertrauen in diese Technik muss nach und nach wachsen. Dazu gehören immer wieder Test mit geringer Geschwindigkeit. Zu Beginn sollten Sie diese Funktionen vorerst beim Gehen und Joggen auf einem Feld mit vereinzelten Büschen und Bäumen ausprobieren, bevor es in den Wald geht. Wer im Wald mit einer Drohne fliegen möchte, sollte sich diesen Beitrag dazu anschauen!